KISSKI mit feierlichem Eröffnungssymposium eingeweiht

Das nationale „KI-Servicezentrum für Sensible und Kritische Infrastrukturen“ (KISSKI) ist am 6. Juni 2023 im Rahmen eines Eröffnungssymposiums im Göttinger Rechenzentrum feierlich eingeweiht worden. 80 Teilnehmer*innen aus über 30 verschiedenen Einrichtungen und Institutionen nahmen daran teil. KISSKI wird zunächst für drei Jahre mit 17 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Grussworte der Universität Göttingen und aus der Politik

„Das ist eine Revolution ähnlich wie die Industriealisierung,“ sagte Julian Kunkel, Professor für Informatik an der Universität Göttingen und zugleich Stellvertretender Leiter der GWDG – Bereich High-Performance Computing, zu Beginn des Eröffnungssymposiums. „KI ist eine Erweiterung menschlicher Fähigkeiten und kann eine Beschleunigung von Prozessen und Kostenreduktion ermöglichen, etwa in der Gesundheitsvorsorge.“ Zugleich ist aber ein sinnvoller Einstieg in die KI wegen der hohen Anforderungen in den Bereichen Daten, Hardware, Expertise und Infrastruktur schwierig. KISSKI soll daher erforschen, wie dieser Einstieg erleichtert werden kann. Nach den Grußworten von Universitätspräsident Prof. Dr. Metin Tolan und Konstantin Kuhle (MdB) sowie einer Videobotschaft von Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Falko Mohrs waren mehrere Impulsvorträge aus der Forschung und Wirtschaft Teil des Symposiums.

Grußwort von Universitätspräsident Prof. Dr. Metin Tolan

Praktische Anwendungsgebiete in der Forschung und Wirtschaft

Dr. Udo Schneider von der Techniker Krankenkasse stellte seinen Vortrag unter die Frage, ob eine Krankenkasse KI brauche. KI könnte bei der Verarbeitung von den immensen Datenmengen bei einer Krankenkasse behilflich sein. Auch personalisierte Versorgungsempfehlungen durch Prädiktionsmodelle und die gezielte Ansprache von Kund*innen seien denkbar. Im Bereich Medizin erklärte Jun.-Prof. Dr. Anne-Christin Hauschild von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), dass die Nutzung von KI keine Frage des „Ob”, sondern nur eine Frage des „Wie“ sei. Ein Problem in der Medizin sei die Explosion der Komplexität von Daten zu Gesundheitsrisikofaktoren. Als Schlüsseltechnologie bei der Energiewende bezeichnete Dr.-Ing. Reinhard Mackensen vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik in Kassel die KI in seinem Redebeitrag. In den Bereichen Digitalisierung, Dekarbonisierung und Dezentralisierung der Energieversorgung ist die KI ein wichtiges Element für die zukünftige Gestaltung. Dominik Kopp, Head of IT Software Development beim Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, nannte Beispiele für die vielen möglichen Anwendungsfelder. Das Unternehmen arbeite derzeit an einem mit eigenen Sprachmodellen trainierten Übersetzungsdienst. Ebenso ist ein interner KI-Chat, der Daten sicher bereitstellt, in der Entwicklung. Aufgrund von besonderen Anforderungen an die Datensicherheit besteht ein besonderer Bedarf an eigens entwickelten Werkzeugen.

Reger Austausch bei der Networking-Session

Networking

Beim anschließenden Networking hatten Projektpartner die Möglichkeit, sich sowohl untereinander, als auch mit interessierten Teilnehmer*innen aus Industrie und Forschung auszutauschen. Diese Möglichkeiten wurden sowohl an den verschiedenen Postern und themenspezifischen Kommunikationstischen, als auch an digitalen Demonstratoren der Projektpartner wahrgenommen. Prof. Dr. Dagmar Krefting (UMG) zieht das Fazit: „Das medizinische Wissen wächst mit immer höherer Geschwindigkeit und KI kann uns helfen, dieses Wissen besser nutzbar zu machen. KISSKI schafft die Voraussetzungen, dass wir in der Region international sichtbar und anschlussfähig sind.”

Über KISSKI

Sowohl Energieversorgung als auch Gesundheitswesen stellen kritische und sensible Infrastrukturen dar, was hohe Anforderungen an den Einsatz von KI-Methoden in diesen beiden Bereichen stellt. Dies betrifft etwa garantierte Antwortzeiten (z. B. bei der automatisierten Steuerung von Stromnetzen oder der Anomalie- Detektion in Monitordaten von Intensivstationen), strenge Anforderungen an Datensicherheit, Resilienz gegen Cyberangriffe sowie die Interpretierbarkeit der KI-Modelle. KISSKI möchte beantworten, wie sich KI-Modelle für kritische Infrastrukturen effektiv in diese anspruchsvolle Praxis überführen lassen. Um Interessierten aus Forschung und Industrie einen einfachen Zugang zu den angebotenen Leistungen Beratung, Entwicklung, Infrastruktur und Training zu bieten, können diese ganz einfach über die Homepage https://kisski.gwdg.de gebucht werden. Das neue Verbundprojekt aus insgesamt neun Forschungseinrichtungen an den Standorten Göttingen, Hannover und Kassel wird seit November 2022 durch das BMBF mit 17 Millionen Euro für zunächst drei Jahre gefördert.

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