Die GWDG zu Gast auf der ISC High Perfomance 2022

Die Veranstaltung für High Perfomance Computing, Machine Learning und Datenanalyse.

Die diesjährige Supercomputing-Konferenz „ISC High Performance“ fand nach coronabedingter zweijähriger Präsenzpause vom 29. Mai bis 2. Juni in Hamburg statt. Als größte wissenschaftliche Konferenz und Messe Europas auf den Gebieten High-Performance Computing, Netzwerke und Speichertechnologien war sie für Wissenschaftler*innen in diesen Bereichen eine bedeutende Schnittstelle zum internationalen Austausch. Im Fokus der ISC 2022 standen die aktuellen Entwicklungen beim Hochleistungsrechnen, maschinellen Lernen und bei der Datenanalyse. Die GWDG war auch diesmal wieder dabei und konnte zudem mit NVIDIA eine Vereinbarung für gemeinsames Engagement in Forschung und Lehre abschließen.

Die heutige Wirtschaft kommt kaum mehr ohne den Nutzen des Einsatzes von Hochleistungsrechnern aus. So werden beispielsweise neue Möglichkeiten zur Produktion erforscht, aber auch die Analyse von Finanzwegen erfordert einen erhöhten Bedarf an umfangreicher Rechenleistung. High-Performance Computing (HPC) ist in nahezu allen wissenschaftlichen Disziplinen zu einem essenziellen Werkzeug und zu einer Schlüsseltechnologie geworden. Ohne den Einsatz von HPC-Systemen ist eine rechnergestützte Spitzenforschung z. B. in den Lebenswissenschaften, der Klimaforschung, der Chemie und den Ingenieurwissenschaften heutzutage nicht mehr möglich. Das zeigte auch die ISC 2022, die als hybride Veranstaltung sowohl im Congress Center Hamburg als auch online zugänglich war.

Aktivitäten der GWDG

Auch die GWDG nutzte die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Präsentation und war auf der ISC 2022 vertreten (siehe Abbildung 1). Im Rahmen des gemeinsamen Standes des Vereins für Nationales Hochleistungsrechnen (NHR-Verein e. V.) präsentierten die neun NHR-Zentren ihr gemeinsames Projekt. Dabei wurden die Zentren selbst wie auch zentrenübergreifende Aktivitäten vorgestellt. Insbesondere wurden dabei der Beitrag des Verbunds zur deutschen HPC-Landschaft und seine Bedeutung für die deutsche Forschung präsentiert. Um das nationale HPC-Angebot in vollem Umfang zu repräsentieren, stellte die Gauß-Allianz unter dem Schwerpunkt „Plattform für das nationale HPC“ die Aktivitäten der Ländernetzwerke und der HPC-Zentren sowie ihre IT-Services in direkter Nachbarschaft zum Stand des NHR-Vereins dar. Zusätzlich zu Aktivitäten an den beiden Ständen des NHR-Vereins und der Gauß-Allianz wurde über projektspezifische Themen in verschiedenen Formaten referiert. So erläuterte Prof. Dr. Julian Kunkel, stellvertretender Leiter GWDG – Bereich High-Performance Computing, unter anderem in der Birds-of-Feather-Session „The IO-500 and the Virtual Institute of I/O” den IO-500, welcher sich aktuell zum De-facto-Benchmarking-Standard für HPC-Speicher entwickelt. Auch informierte Prof. Kunkel die Besucherinnen beim Thema „International HPC Certification“ über die Schaffung einer gemeinsamen Basis für HPC-Trainerinnen und -Anwenderinnen, welche entscheidend für das weitere Wachstum und die Entwicklung der Community ist. In einer weiteren BoF-Session sprach Hendrik Nolte, Mitarbeiter der GWDG-Arbeitsgruppe „Computing“ (AG C), über das Thema „Large-Scale Data Management with Data Lakes”. Zudem brachten Sebastian Krey und Marcus Boden, beide ebenfalls Mitarbeiter der AG C, im von Prof. Kunkel organisierten Workshop „HPC I/O in the Data Center” I/O-Expertinnen aus Rechenzentren und Anwendungsworkflows zusammen, um sich über aktuelle Praktiken für wissenschaftliche Workflows, Probleme und Hindernisse sowohl bei Hardware als auch beim Software-Stack sowie über die Forschung und Entwicklung zur Überwindung dieser Probleme auszutauschen.

Zudem wurden die Postersessions genutzt, um über die verschiedenen Projekte der GWDG und der AG C zu informieren. Dabei hatten die Mitarbeiterinnen bei den Themengebieten „Provisioning an HPC infrastructure for the North German states” (Dr. Christian Köhler), „ForestCARE: Monitoring Forest Quality Using Satellite and Drone Data” (Dorothea Sommer) und „Container and Container Management NHR Project” (Azat Khuziyakhmetov) die Möglichkeit, sich den Fragen der Interessierten zu stellen. Neben den Vortragsmöglichkeiten standen auch der direkte Austausch mit Expertinnen bei einem Kaffee oder die Meetings mit Herstellern von Hard- und Software (auch Vendor-Meetings genannt) im Vordergrund der Aktivitäten der GWDG und haben das breit aufgestellte Messeprogramm sowie den Besuch der ISC 2022 passend abgerundet.

(v.l.) Hauke Gronenberg, Dorothea Sommer, Patrick Michaelis, Johannes Biermann, Tino Meisel

Bild 1: (v.l.) Hauke Gronenberg, Dorothea Sommer, Patrick Michaelis, Johannes Biermann, Tino Meisel

GWDG und NVIDIA vereinbaren gemeinsames Engagement in Forschung und Lehre

Die ISC High-Performance bietet eine gute Möglichkeit für einen Austausch zwischen Firmen und Organisationen. Auch die GWDG nutzte dies, um sich ausgiebig mit NVIDIA, einem Full-Stack-Computing-Unternehmen mit Grafikprozessor- und Netzwerk-infrastruktur-Lösungen für Datenzentren, abzustimmen. So konnte sich nicht nur ein optimaler Überblick über den momentanen Status Quo der langjährigen Zusammenarbeit verschafft werden, sondern auch die künftige Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden. Dazu wurde im Rahmen des Meetings ein Memorandum of Understanding (MoU) zwischen NVIDIA und der GWDG unterzeichnet (siehe Abbildung 2). So plant die GWDG, in Zusammenarbeit mit NVIDIA künftig unter anderem Workshops, Bootcamps und Hackathons auszuarbeiten. Auch ist eine künftige Optimierung in Bereichen wie z. B. HPC- und KI-Anwendungen sowie Netzwerktechnologie, aber auch Grafikbearbeitung in den Biowissenschaften vorgesehen. Von dieser Zusammenarbeit profitieren nicht nur NVIDIA und die GWDG, sondern in erster Linie die Nutzer*innen der HPC-Systeme der GWDG und des NHR@Göttingen, welche so die Möglichkeiten bekommen, für ihre Forschung und Lehre auf aktuellste Technologien und Konzepte zurückgreifen zu können. Der Begriff Memorandum of Understanding (MoU) stammt aus dem US-amerikanischen Rechtskreis. Es stellt eine offizielle Absichtserklärung zwischen zwei oder mehreren Parteien dar. Mit dieser Absichtserklärung können Firmen und Organisationen offizielle Partnerschaften eingehen.

(v.l.) Dr. Christian Boehme (GWDG), Prof. Dr. Julian Kunkel (GWDG), John Josephakis, Global VP für Sales and Business Development für HPC/Supercomputing (NVIDIA), Ulrich Michaelis, Business Development Manager für HPC/Supercomputing & AI in Central Europe (NVIDIA)

Bild 2: Nach der MoU-Unterzeichnung (v. l. n. r.): Dr. Christian Boehme (GWDG), Prof. Dr. Julian Kunkel (GWDG), John Josephakis, Global VP für Sales and Business Development für HPC/Supercomputing (NVIDIA), Ulrich Michaelis, Business Development Manager für HPC/Supercomputing & AI in Central Europe (NVIDIA)

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